Schlicksonde (High Resolution Sediment Profiler – HRSP)

Sedimente ab einer Dichte von 1,2 g/cm³ gelten allgemein als Schifffahrtshindernis und werden demzufolge ausgebaggert. In Baggerrevieren mit starkem Schlickanfall kann diese sogenannte nautische Sohle durch Echolotung nicht immer sicher gepeilt werden, weil sich darüber Flüssigschlick („Fluid Mud“) mit zumeist sehr viel geringerer Dichte ablagert. Fluid Mud ist für Schiffe passierbar und muss deshalb nicht gebaggert werden. Mit der Schlicksonde kann nachgewiesen werden, welcher der beiden Dichtehorizonte mit einer Peilung erfasst wird und wie viel zusätzliche nautische Tiefe durch aufgelagerten Fluid Mud vorhanden ist. Da sich auch fester Schlick mit geeigneten Baggerverfahren verflüssigen lässt, kann die Schlicksonde auch zum Erfolgsmonitoring solcher Schlickkonditionierungs-Maßnahmen verwendet werden. Die komplette Wassersäule und alle Schlickhorizonte werden von der Sonde vertikal durchfahren und mit Ultraschall hinsichtlich ihrer Dichte und der rheologischen Fließgrenze gescannt. Ihre hohe Messrate ermöglicht eine räumliche Messwert-Auflösung im Zentimeterbereich, so dass auch sehr dünne Schlickablagerungen aufgespürt und vermessen werden können. Dies ist zum Beispiel dort wichtig, wo bei Sanierungsbaggerungen kontaminiertes Sedimentmaterial aufgewirbelt und von der Baggerstelle in die Umgebung verdriftet wird. Mit einem Echolot kann die Ausbreitung und Menge dieser sehr lockeren („fluffy“), mobilen Baggersuspensionen („Dredging Residuals“) nicht nachgewiesen werden.